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Fares Al Tal pfeift seit 2005 für den SSV Heimerzheim

03.12.2016

„Ich wollte immer Schiedsrichter werden“

Fußball gespielt hat er schon als Junge in Jordanien, seinen großen Wunsch aber erst in Deutschland verwirklicht: „Ich wollte immer Schiedsrichter werden“, sagt Fares Al Tal. Als er 2001 gemeinsam mit seiner deutschen Frau in deren Heimatort Swisttal-Heimerzheim zog, vermittelte ihm eine Nachbarin den Kontakt zum SSV Heimerzheim. SSV-Vorstandsmitglied Helmut Kleebank kümmerte sich darum, dass er die Ausbildung zum Schiedsrichter machen und die entsprechenden Lehrgänge besuchen konnte.

Seit 2005 ist er als Schiedsrichter für den SSV Heimerzheim aktiv – und ihm über die vielen Jahre trotz verschiedener Abwerbeversuche anderer Vereine immer treu geblieben, obwohl er seit einigen Jahren mit Frau und Sohn in Miel wohnt. „Der SSV hat mich immer unterstützt, das verbindet“. Dazu gehören neben den übernommenen Ausbildungskosten auch die Kosten für die Ausrüstung. „Zwei Sets pro Jahr stehen mir zu. Aber ich gehe mit meinen Sachen sehr pfleglich um und nutze das nie aus.“

Fares Al Tal spricht inzwischen perfekt Deutsch, auch wenn er trotz bestandenem Sprachdiplom Deutsch als Fremdsprache selbst nicht ganz zufrieden ist. „Das ist meine vierte Sprache nach Arabisch, Englisch und Französisch.“ Für den Verein ist sein zuverlässiges Engagement eine große Hilfe, denn er muss in der augenblicklichen Situation mindestens einen Schiedsrichter stellen – kann er das nicht, wird eine Gebühr von 250 Euro fällig.

 

Einsatz als Schiedsrichter

Angefangen hat Fares Al Tal 2005 als Schiedsrichter in der Kreisliga D und C, 2007 kam die Kreisliga B hinzu. Seit 2012 pfeift er in der Kreisliga A und in der Bezirksliga der Frauen, auch in der Kreisliga Euskirchen wird er ab und zu aktiv. „Das summiert sich auf 60 bis 80 Spiele pro Jahr, manchmal sind es zwei an einem Tag oder auch drei an einem Wochenende – von der D-Jugend aufwärts“, berichtet er.

Neben sportlicher Fitness gehören auch regelmäßige Lehrgänge und Schulungen zum Schiedsrichterprogramm. „Ich laufe inzwischen regelmäßig, habe schon an der 10-km-Strecke des Drei-Brücken-Laufs in Bonn sowie am DEULUX-Lauf teilgenommen. Schließlich muss ich für die Kreisliga A einmal im Jahr nicht nur eine schriftliche Prüfung, sondern auch einen Fitness-Test absolvieren. So acht Kilometer kommen pro Spiel auch für einen Schiedsrichter als Laufstrecke schon zusammen“, erzählt er. An acht Fortbildungen im Verlauf der Spielsaison muss der Schiedsrichter verpflichtend teilnehmen. Wer ohne Entschuldigung schwänzt, für den zahlt der Verein eine Strafe.

 

Anforderungen an einen Schiedsrichter

Was muss ein Schiedsrichter an Eigenschaften mitbringen? „Ein Schiedsrichter muss Charakter und Persönlichkeit haben, er muss deeskalierend wirken und Streit schlichten können. Fußball ist ein emotionales, schnelles Spiel, man darf manches nicht persönlich nehmen und muss auch mal über Dinge hinweghören“, meint er. Man müsse auch mit Kritik umgehen können.

Oft geht es aber auch am Spielfeldrand hoch her, gerade bei Spielen der jüngeren Mannschaften, bei denen die Eltern dabei sind. Das Diskutieren auf dem Platz habe ebenfalls zugenommen – da seien die Spieler der Bundesliga nicht immer gute Vorbilder für den Fußballnachwuchs, so die Erfahrung. Wie geht er damit um? Al Tal: „Natürlich macht auch ein Schiedsrichter Fehler. Wir können nicht alles in einem Spiel sehen und sofort beurteilen – in den unteren Klassen sind wir ja alleine auf dem Feld. Jetzt, in der Kreisliga A, habe ich zwei Schiedsrichterassistenten, das ist etwas ganz anderes.“

Er wünscht sich, dass Trainer und Betreuer in den Vereinen hier mehr mitwirken und Kindern und Eltern die aktuellen Regeln nahebringen. Kaum einer wüsste z.B., dass die Vereine Strafen zahlen müssen, wenn es durch Zuschauer zu Problemen oder gar einem Spielabbruch kommt, wie er ihn jüngst zum ersten Mal selbst in der Kreisliga A erlebt hat. „Aggressive Eltern sollten die Betreuer nicht dulden. Da sind auch die Vereine in der Pflicht zu reagieren. Fußball muss ein fairer Sport bleiben“, meint er.

 

Zusammenarbeit mit dem Verein

Dabei unterstützen die Schiedsrichter die Vereine auch gerne mit Infoveranstaltungen, für die vom Schiedsrichterausschuss Bonn Unterlagen zur Verfügung gestellt werden. Für den SSV Heimerzheim hat Fares Al Tal das schon für die D-Jugend getan – „da kamen viele Fragen, die aktuellen Regeln waren vielen doch nicht so bekannt“. In Abstimmung mit dem Vereinsvorstand sollen solche Infoveranstaltungen in Zukunft daher häufiger angeboten werden.

Die aktuellen Entwicklungen mit dem Umbau des Platzes in einen Hybridrasenplatz und dem Bau eines zweiten, kleineren Platzes verfolgt er mit großem Interesse und großer Freude und will den Verein auch nach Kräften unterstützen. „Es ist toll, dass wir jetzt hier einen so schönen großen Platz bekommen werden. Damit gewinnen wir hoffentlich wieder viele junge Fußballer und können bald auch wieder Mannschaften in den oberen Klassen stellen“, freut er sich. „Es ist schon so, dass viele Eltern ihre Kinder nicht mehr auf Asche spielen lassen wollen – und viele Kinder kennen nur noch Kunstrasenplätze. Die sind dann immer entsetzt, wenn sie doch einmal auf Asche spielen müssen“, so seine Erfahrung. Und vielleicht folgt dann auch noch ein Jugendlicher seinem Weg als Schiedsrichter, was der Verein sehr unterstützen würde – zumal der einzige Jugend-Schiedsrichter des Vereins vor kurzem aus schulischen Gründen aufgegeben hat.

 

„Ich möchte noch in der Herren Bezirksliga pfeifen“

Was wünscht er sich für seine Schiedsrichterkarriere noch? – „Ich würde gerne auch in der Herren Bezirksliga pfeifen und hoffe jetzt, dass ich noch zum entsprechenden Lehrgang zugelassen werde.“ Dabei will ihm der Verein bestmöglich helfen.

 

Marion Marschall                                  Fotos: Marschall/Henry

 

 

Fares Al Tal:

- 1978 Geburt in Jordanien
- 2000 Bachelor Management-Studium
- 2001 Umzug nach Swisttal-Heimerzheim mit seiner aus Heimerzheim stammenden Frau
- 2005 Ausbildung zum Schiedsrichter über den SSV, zunächst Kreisliga D und C
- 2007 Umzug mit Frau und Sohn nach Swisttal-Miel
- 2007 Lizenz für die Kreisliga B
- 2012 Lizenz für die Kreisliga A und die Bezirksliga Frauen

Wer kann Schiedsrichter werden?

Die Schiedsrichterausbildung im Fußball steht interessierten Jungen und Mädchen ab dem 12. Lebensjahr offen. Für jeden Einsatz gibt es eine kleine Aufwandsentschädigung in Abhängigkeit von der Klasse. Wer sich für eine Tätigkeit als Schiedsrichter interessiert und mehr wissen will, kann sich gerne bei Fares Al Tal melden (Tel: 0178-3900000). Mehr Informationen über Ausbildung und Pflichten gibt es auch beim Fußball-Verband Mittelrhein (http://www.fvm.de/qualifizierung/schiedsrichter/schiedsrichter-werden/).

 


 

Fehler gehören dazu - General-Anzeiger vom 06.05.2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ergänzender Leserbrief im General-Anzeiger vom 13.05.2017:

 

Herzlichen Dank für das Porträt „unseres“ Schiedsrichters Fares Al Tal, über das sich nicht nur der SSV Heimerzheim gefreut hat, sondern das ja auch stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Schiedsrichter in den Vereinen steht. Leider haben sich einige kleine Fehler eingeschlichen.

Der SSV Heimerzheim hat trotz des im Umfeld bis vor kurzem letzten unattraktiven Aschenplatzes nicht nur eine D-Jugend-Mannschaft und eine erste Mannschaft, sondern glücklicherweise auch eine F-Jugend und eine Bambini-Mannschaft, die ebenfalls aktiven Alten Herren nicht zu vergessen. Natürlich hoffen wir mit dem neuen Hybridrasenplatz wieder auf mehr mehr Zulauf, was sich gegenwärtig bereits abzeichnet.

Zum zweiten darf man Fares Al Tal zur längst bestandenen Prüfung für die Bezirksklasse gratulieren. Der SSV hat ihn auf diesem Weg gerne unterstützt. So, wie er auch aktiv den Verein unterstützt – durch seine Arbeit als Schiedsrichter, aber auch mit der Schiedsrichterfrage der Woche auf unserer Internetseite, mit Infoveranstaltungen für Spieler und Eltern und in der Vereinsarbeit insgesamt.

Die integrative Kraft und Leistung von Fares Al Tal kann nicht genug herausgestellt werden, sein Lebensweg hat Vorbild-Charakter. Er spricht nicht nur perfekt deutsch, sondern hat zum dritten längst auch die deutsche Staatsbürgerschaft.

Reinhart Marschall
SSV Heimerzheim 1925 e.V.
1. Vorsitzende


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